100 Prozent Memmingen

Ganzjahresbad für Memmingen – eine (un)-endliche Geschichte

Um Missverständnisse von vornherein auszuschließen, möchte ich eingangs klarstellen, dass u.a. die notwendigen Sanierungsmaßnahmen mehrerer Memminger Schulen oder die Finanzierung der Klinikerweiterung selbstverständlich Priorität genießen. Wenn jedoch, wie bei den jeweiligen Stadtrundgängen durch die Grünen-Spitzenkandidatin Corinna Steiger (MZ vom 13. Februar) und den ÖDP-Spitzenkandidaten Prof. Dr. Dieter Buchberger (MZ vom 12. Februar) unisono kundgetan wird, dass sie sich mit ihren Parteien in der Bäderfrage mittlerweile für Sanierungen des in die Jahre gekommenen Freibades und des ebenfalls bereits etwa 50 Jahre alten Hallenbades – anstelle eines Neubaus eines kombinierten Ganz-jahresbades aussprechen – frage ich mich, ob hier nicht weiter  an der Zukunft vorbei geplant wird. 

Ich bezweifle, dass sich eine – insbesondere aufgrund ihrer veralteten Technik – erforderliche Generalsanierung der beiden Bäder  in einem vertretbaren Kostenrahmen bewegen wird. „Scheibchenweise“ einzelne Sanierungsmaßnahmen durchführen, hieße dagegen „Löcher stopfen“ – um den laufenden Badebetrieb zu sichern, so lange es noch geht. Zu befürchten steht, dass die „Sportstadt Memmingen“ dadurch mittelfristig ihre Bäder nicht saniert haben, sondern eher ohne solche dastehen könnte.

Ein Badesee am Stadtweiher – hier gab es früher mal eine Müllhalde - würde, wie vom Spitzenkandidaten der ÖDP gefordert, außerdem die defizitäre Lage der Memminger Bäder lediglich verschärfen.

Der separate Betrieb zweier alter, mehr oder weniger sanierter Bäder dürfte insbesondere unter dem Gesichtspunkt  heutiger energetischer Bauweisen und Einsparmöglichkeiten deut-lich unwirtschaftlicher sein wie modernes, kombiniertes Frei- und Hallenbad. 

Die aus der Luft gegriffene Behauptung der Spitzenkandidatin der Grünen, dass nach einem Bäderneubau die Eintrittspreise „wahnsinnig“ steigen würden, könnte ich nur nachvollziehen, wenn das Projekt an einen privaten Investor vergeben werden würde.

Wie es gehen könnte, mittelfristig ein familienfreundliches- und schwimmsportgerechtes Ganzjahresbad bei durchaus moderater Preisgestaltung zu bauen, zeigt ein Blick in die oberfränkische Stadt Bamberg. Hier haben die Stadtwerke als Betreiber mit dem „Bambados“ ein Kombibad in einer ökologisch zukunftweisenden Bauart, sowohl mit einem Familien-konzept, als auch barrierefrei erstellt.      

Max Halder

CRB-Stadtratkandidat