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„Stadtrat stimmt für Sperrung auf Probe“ MZ v. 20.05.2017)

Über den Weinmarkt soll künftig am Wochenende zeitweise kein Verkehr mehr rollen

In seiner Sitzung am 18. Mai 2017 stand das langerwartete Thema „Weinmarkt“ auf der Tagesordnung. Die Stadträte hatten in ihren Beschlussvorlagen zwei Varianten zur Wahl:

Alternative 1: Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Ost-West für den Bereich ab Höhe Manghausplatz bis Eichbrücke. Linienbusse und Fahrradfahrer werden in beide Richtungen zugelassen. Der Antrag erfolgte durch den CRB.

Alternative 2: Wochenendsperrung für den motorisierten Verkehr, ausgenommen Linienverkehr, wie bereits jetzt in der Kalchstraße, ab Samstag 14.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen.

Nach einer kontroversen Diskussion entschied sich das Gremium mehrheitlich mit 29:6 Stimmen gegen den Vorschlag des CRB und für die Variante der Stadtverwaltung. Aus der Sicht der CRB-Fraktion sicherlich die falsche Entscheidung.

Wie grotesk diese Entscheidung ist zeigt folgende Berechnung:

Derzeit wird der Weinmarkt täglich von etwa 6.000 Kraftfahrzeugen aller Art, vom Bus über Kombi zum Pkw frequentiert. Dies bedeutet einen wöchentlichen Durchlauf von sage und schreibe 42.000 Fahrzeugen. Bei einer Fahrzeuglänge von ca. 5 m ergibt sich rechnerisch, dass sich eine Fahrzeugschlange von 210.000 m -sprich 210 km- Stoßstange an Stoßstange wöchentlich über den Memminger Weinmarkt bewegt. Dies ist fast einmal München und zurück!

Leider hat sich der Stadtrat mehrheitlich für die Variante 2 entschieden. Die Möglichkeit, nicht weniger als 20.000 Fahrzeuge pro Woche aus der zentralen Innenstadt zu verbannen wurde nicht in Erwägung gezogen. Interessant wäre sicherlich auch gewesen, beide Varianten jeweils für einen Probelauf von je zwei Monaten zu testen und danach die vorliegenden Erkenntnisse zu erörtern. Stattdessen wurde die Wochenendlösung vorgezogen. Dies bedeutet, dass sich im Verlauf der gesamten Woche nichts, aber auch gar nichts ändern wird. Die Fahrzeuge stauen sich weiter bei Gegenverkehr auf und die berüchtigten Falschparker haben nach wie vor an der Südseite des Weinmarktes ihre Gelegenheiten, „Schnelleinkäufe zu tätigen“. Zudem gehen der Gastronomie an Weinmarkt an Wochenenden ihre teuer bezahlten Parkplätze verloren. Was für eine versäumte Gelegenheit!

21.05.2017 - Heribert Guschewski, Stadtrat