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Anträge 2017

Antrag auf Lärmschutz an der A96

Memmingen, 27.11.2017

Lärmschutz/Immissionsschutz in den Stadtteilen Volkratshofen / Ferthofen entlang der Bundesautobahn A96

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schilder,

in meiner Eigenschaft als Stadtteilreferent für Volkratshofen mit Ferthofen möchte ich Sie auf die nachgenannten Umstände/Verhältnisse vor Ort hinweisen, welche in den letzten Jahren geradezu unerträgliche Formen angenommen haben. Die Rede ist von einer nahezu unglaublichen Lärmbeeinträchtigung durch die vorbeiführende BAB A96. Wohl kein anderer Stadtteil von Memmingen (ausgenommen der "Römerhof" in Amendingen, wo gerade umfangreiche Schallschutzbauten errichtet wurden) ist von den Straßenbauumständen so betroffen wie Volkratshofen. Der westliche Ortsrand von Volkratshofen ist gerade etwa 100 m von der Bundesautobahn A96 entfernt. 

Ein wesentlich erschwerender Faktor ist offenbar die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Im Gegensatz zum Stadtteil Amendingen (dort Geschwindigkeitsbeschränkungen von 120 km/h) kann im Bereich Volkratshofen und Ferthofen auf der A96 mit unbegrenzter Höchstgeschwindigkeit gefahren werden. Zu den baulichen Umständen kommt noch erschwerend hinzu, dass während des Jahres zumeist Westwinde vorherrschen und der Lärm somit geradezu "in den Ort hineingeblasen wird. 

Weiter kommt hinzu, dass sich der Fahrzeugverkehr auf der A96 in den letzten Jahren in einer kaum vorhergesehenen Steigerung erhöht hat. Fachleute schätzen, dass der Gesamtverkehr in den letzten Jahren bis zu 30% angestiegen ist, was insbesondere für den Schwerlastverkehr zutrifft. Leider liegen nach Anfragen bei der Stadt Memmingen keine neuen Durchlaufzahlen vor (letzte Daten 2010). Tatsache ist, dass der Fahrzeuglärm für die Einwohner in einem eigentlich ländlich geprägten Wohnbereich inzwischen unerträgliches Ausmaß angenommen hat. 

Anwohner sprechen davon, dass sie ihre Aufenthaltsqualität auf ein Minimum gesunken ist. Auf die Nutzung der eigenen Gärten wird inzwischen schon ganz oder teilweise verzichtet!

Rücksprachen mit den Fachleuten ergaben, dass eine Beschilderung mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn A96 kaum Abhilfe schaffen würde. Dazu müsse insbesondere die Geschwindigkeit des Schwerlastverkehrs drastisch reduziert werden, was sich in der Praxis nicht umsetzen lässt. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass nur die bauliche Erstellung eines Lärmschutzwalls gegebenenfalls unter Verwendung von anfallenden Abraummaterial erfolgsversprechend ist. Derartige Baumaßnahmen setzen eine Vielzahl von Planungen, z. B. Grundstückserwerb voraus. Aufgrund der vorherrschenden Umstände sollte die Stadt Memmingen mit der zuständigen Autobahndirektion Südbayern baldmöglichst eine befriedigende Lösung für die betroffenen Memminger Bürger anstreben. 

Mit freundlichen Grüßen

Heribert Guschewski

Stadtrat / Ortsteilreferent Volkratshofen