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Anträge 2015

Eingeschränkte Nutzung des Flugdecks am Memminger Klinikum durch Rettungshubschrauber

                                                                                                                                                                                                                            Unsere Nachricht vom    24.08.2015

Eingeschränkte Nutzung des Flugdecks am Memminger Klinikum durch Rettungshubschrauber

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Holzinger,

In den vergangenen Wochen wurde ein Umstand bekannt, der zunächst schlichtweg als unmöglich und als ein typisches „Sommerlochgerede“ eingestuft werden musste. Durch neue Verordnungen, sei es aus Brüssel oder auch durch das Bundesverkehrsministerium wurde schon vor geraumer Zeit eine neue Verordnung erlassen, wonach Hubschrauberlandeplätze auf Dächern nur noch rechteckige Formen haben dürfen. Da dies im Klinikum Memmingen derzeit nicht der Fall ist, wird das zweitgrößte Klinikum in Schwaben im Augenblick von Rettungshubschrauber nur noch bedingt angeflogen.

Nähere Recherchen des CRB haben nun ergeben, dass dies tatsächlich der Fall sein soll. Nachweislich wurde ein im Memminger Stadtgebiet Verunglückter nach der Außenladung des Rettungshubschraubers nicht in das nahe gelegene Klinikum Memmingen, sondern nach Kempten verbracht! Die Anzahl der Landungen in Memmingen sollen sich entsprechend im ersten Halbjahr 2015 zum Vorjahr 2014 erheblich reduziert haben. Fakt ist, dass dieser Umstand den Rettungspiloten bekannt ist und es diesen überlassen bleibt, auf einem Flugdeck „herkömmlicher Art“ zu landen.

Sollten sich unsere Informationen bewahrheiten, kann nur von einem „Schildbürgerstreich erster Güte“ gesprochen werden. Es geht dabei nicht nur darum, ob diese Verordnung Memmingen „auf dem falschen Fuß“ erwischt hat. Vielmehr stellt sich die Frage, wie schnell als möglich dieser unglaubliche Umstand beseitigt und Mittel für eine Umgestaltung des Landeplatzes bereitgestellt werden können. Dies sind wir den hiesigen Bürgern im Bereich einer schnellen und sicheren Versorgung schuldig.

Mit freundlichen Grüßen

Heribert Guschewski

Stadtrat

 

Nachfolgend veröffentlichte die Memminger Zeitung einen Artikel über das Hubschrauberlandedeck als eigene Recherchearbeit woraufhin Heribert Guschewski folgendes Schreiben an die Redaktion der Memminger Zeitung versandte:

 

Redaktion Memminger Zeitung
Donaustraße 14
87700 Memmingen

                                                                                                                                                                                                                            Unsere Nachricht vom    29.08.2015

Eingeschränkte Nutzung des Flugdecks am Memminger Klinikum durch Rettungshubschrauber, Presse Artikel „Hubschrauber hängen in der Luft“ vom 29.08.2015

 

Sehr geehrter Damen und Herren,

als Vorsitzender des Christlichen Rathausblocks Memmingen sei es mir gestattet, meine Verwunderung darüber auszudrücken, wie die kleine, recherchierende und auch mitteilende regionale politische Gruppierung aus dem Vorgang „ausgeklammert“ wurde. Lassen Sie mich deshalb noch ein paar Anmerkungen auf diesem Wege hinzufügen, da sich dieses Thema noch nicht so schnell erledigen wird:

 

  • Die EU-Verordnung 965/2012 wurde vor 3 Jahren beschlossen, in entsprechenden Gesetzblättern veröffentlicht und die EU-Länder zur Umsetzung aufgefordert
  • Als Termin wurde der 28.10.2014 genannt. Ab diesem Zeitpunkt sollten die nationalen Zulassungsstandarts für Hubschrauber-Landeplätze hinsichtlich technischer Vorschriften und Verwaltungsverfahren in Bezug auf den Flugbetrieb geregelt sein
  • Mit Datum vom 23. Mai 2014 teilt die DKG (Deutsche Krankenhaus Gesellschaft) in einer Pressemitteilung folgendes mit: „Dort, wo Dachlandeplätze für Hubschrauber auf Kliniken als Problemlösung in Frage kommen, sind bauliche Investitionen in Millionenhöhe erforderlich, die von den Ländern getragen werden müssen! Diese kommen aber bereits heute ihrer Finanzierungspflicht bei Investitionen nicht nach.“

Es muss deshalb schon die Frage gestattet sein, warum weder der Stadtrat noch der Kliniksenat jemals etwas von dieser Problematik gehört oder erfahren hat.

Mit freundlichen Grüßen

Heribert Guschewski

Vorsitzender des CRB