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Anträge 2015

Antrag auf Reinigung der Judenfriehofmauer

Memmingen, 8. Mai 2015

 

Antrag gemäß §23 der Geschäftsordnung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Judenfriedhof in Memmingen ist einer der wenigen in Schwaben, der den Holocaust völlig unbeschädigt überstand. Umso mehr ist es unser Auftrag dieses Erbe auch für die Nachwelt zu erhalten. Hierzu gehören nicht nur die Gräber, die im Besitz der israelitischen Kultusgemeinde in Augsburg sind, sondern auch die Umfassungsmauer, die diesen schützt.

Diese Umfassungsmauer des Judenfriedhofes ist immer wieder Ziel von Graffiti bzw. Schmierereien. Wir als Antragsteller gehen davon aus, daß dies aus Unkenntnis über das dahinterliegende geschieht. Nicht jeder Memminger Bürger weiß, das dort Gräber von ehemaligen Memminger Bürgern sowie ein Denkmal für die gefallenen Memminger Soldaten jüdischen Glaubens des ersten Weltkrieges sowie ein Denkmal für ein im Holocaust ermordetes Memminger Ehepaar steht. Auch wird Unkenntnis darüber herrschen, daß selbst ein Grab noch gepflegt und dauerhaft bepflanzt wird.

Wir stellen daher den Antrag mit der Bitte, die Mauer vom Graffiti zu befreien. Je nach Eigentumslage ist alternativ auf die israelitische Kultusgemeinde einzuwirken, hier die Reinigung durchzuführen. Des Weiteren sollten zwei Hinweisschilder auf der beschmutzten Seite zur Lindenschule hin angebracht werden, die auf den Friedhof  hinweisen und so eventuell auch eine neuerliche Beschmutzung durch Unwissenheit verhindert wird.

Für eine schnellstmögliche Umsetzung bedanken wir uns im Voraus recht herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mirtsch                 Heribert Guschewski

Stadtrat CRB                      Stadtrat CRB      

 

Wir danken der Stadt Memmingen für die rasche Umsetzung der Tafel sowie der israelitischen Kultusgemeinde für die Reinigung der Mauer.