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CRB-Stellungnahme zum Ganzjahresbad oder Kombibad beim Plenum 07.10.2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir bedanken uns bei der Verwaltung, insbesondere bei Frau Ganser und Herrn Hindemit,  für die ausführliche Vorlage zur heutigen Sitzung. Bei dem bisher vorgestellten Kostenrahmen von 41 Mio. Euro für ein neues Ganzjahresbad oder Kombibad ist so eine grundlegende Betrachtung auch notwendig. Der CRB tritt seit Jahren für den Neubau eines neuen Bades ein. Diese Einstellung ist durch die gute Vorlage zu unserer heutigen Sitzung gestärkt.

Unsere Fraktion hat diesen vorliegenden Entwurf überdacht um auf mögliche Einsparungen zu kommen. Wenn wir heute zu der Überzeugung gelangen, dass eine vertiefte Bedarfsermittlung für unsere Stadt beim Bau eines neuen Bades zielführend ist, dann verdient dieser Beschluss unsere volle Unterstützung.

Gedanken an eine Sanierung der beiden völlig veralteten Bäder verschwenden wir nicht mehr. Allein die aktuelle Klimadebatte und Anforderungen beim künftigen GebäudeEnergieGesetz machen mehr als deutlich, dass zukunftsfähige Sanierungen nicht mehr vertretbar sind. Erinnern wollen wir an frühere Aussagen der Bauverwaltung, wonach eine Carbonatisierung von Stahlbetonteilen eingesetzt habe.

Wir gehen davon aus, dass diese  Bedarfsanalyse den Umfang der nötigen Schwimmbäder, der Saunen, der Gastronomie, der Freibadwasserflächen und mögliche Betreiberkonzepte offen legt. Das sind dann Grundlagen, die einen dann umfassenden Beschluss für einen Neubau stützen werden.

Wir erwarten, dass das Besuchspotential der Bevölkerung das Einwohnerwachstum von Memmingen und den nahen Umlandgemeinden berücksichtigt. Dass ein Besuchspotential Tourismus einzufließen hat, steht außer Zweifel. Die aktuelle Diskussion „Bewegungsbad“  soll einfließen und kann möglicherweise in einem Lehrschwimmbecken mit Hubboden Berücksichtigung finden. Auch das Hinterfragen von Saunagröße und Gastronomie sehen wir bei guter Planung als sinnvoll und zielführend an.

Von Bedeutung für ein künftiges optimiertes Betreiben ist aus unserer Sicht auch, dass Zufahrt und Zugangsbereich zum künftigen Bad neu aufgestellt wird. ÖPNV-Linien sollten dort ungehindert im Takt An- und Abfahren können. Für Wohnmobile und E-Fahrzeuge sollten Stellplätze vorgesehen sein und für alle Besucher, die mit PKW das Bad anfahren, haben im näheren Umfeld ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt zu werden. Das was diesbezüglich bisher aus Plänen herauszulesen ist, so erscheint es uns, macht deutlich, dass man derzeit nicht viele Besucher haben möchte. Das gehört gehörig geändert. Inwiefern Rettungszufahrten und Rettungswege aufzustellen sind, gehört ebenfalls bereits in der beginnenden Planung ausreichend berücksichtigt.

Bei der Einnahmenseite weisen wir darauf hin, dass die gegenwärtige Eintrittspreissituation und Beitragsabgaben durch Kursbelegungen so wie bisher in keinem Fall bleibt. Sobald auch nur der Ansatz von Reparaturen an den Bestandsbädern auftaucht sind diese Kosten umzulegen und haben Entgeltanpassungen mitzubringen. Wie sich im künftigen GJB dann eines Tages Eintrittspreise und Aufenthaltszeiten entwickeln, kann und soll nicht Grundlage der jetzigen Entscheidung sein. Das hat zu späterem Zeitpunkt zu erfolgen.

Wir sind zudem der der Meinung, dass der Bäderbetrieb möglicherweise von der Verwaltung gelöst und durch ein eigenständiges Kommunalunternehmen zu ersetzen wäre. Es sollte, zumindest ansatzweise, versucht werden, die Richtung für einen annähernd wirtschaftlichen Bäderbetrieb einzuschlagen. Das Gutachten soll dafür Hinweise geben.

Abschließend sind wir der Meinung, dass nach Vorliegen der Bedarfsanalyse der Stadtrat noch im Dezember dieses Jahres seine Entscheidung zum Bau eines neuen Ganzjahresbads treffen können wird. Sofern es der knappe Zeitrahmen bis dahin zulässt erachten wir es als wünschenswert, dass die Bevölkerung sehr zeitnah durch eine öffentliche Information eingebunden werden sollte.

Für den weiteren Verlauf der Beschlussfassung beantragen wir allerdings eine Änderung dahingehend, dass die Reihenfolge der Beschlusspunkte geändert werden soll.

Wir Beantragen wie folgt:

  • Zur Erreichung des Zieles nach 2) ist kurzfristig eine auf öffentliche Bäder spezialisierte Unternehmensberatung einzuschalten. Die Ergebnisse sind dem Stadtrat zeitnah zu präsentieren.
  • Die vorliegende Planung (ist) insbesondere hinsichtlich der Kapazitäten (Wasserflächen, Sauna, Gastronomie, Shop…) mit dem Ziel einer deutlichen Kostenreduzierung zu optimieren. 
  • Den Punkt 3 schlagen wir vor, beim Plenum im Dezember als Fixum aufzunehmen: 
  • Der Stadtrat beschließt den Neubau eines kombinierten Hallen-/Freibades (Kombibad) am Standort des derzeitigen Freibades.

Mit dieser geänderten Reihenfolge stimmt die CRB-Fraktion dann der Beschlussvorlage der Verwaltung zu.

07.10.2019

Wolfgang Courage
CRB Fraktionsvorsitzender