100 Prozent Memmingen

Anträge 2019

Antrag bezüglich der Friedhöfe in den Ortsteilen

Memmingen, 1.10.2019

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schilder,

lieber Manfred,

wie bereits mündlich besprochen und von Ihnen gewünscht wurde beantrage ich folgende Punkte:

Nachdem die Stadtverwaltung sich außer Stande sieht, für eine würdevolle und pietätvolle Bestattung in sämtlichen Ortsteilen der Stadt zu sorgen, ist eine sofortige Abhilfe zu schaffen. Die Ortsteile mit eigenem städtischem Friedhof (Amendingen, Steinheim, Volkratshofen und Buxach) sind der Kernstadt gleichzustellen. Eine Ungleichbehandlung hat sofort abgestellt zu werden.

Dies betrifft unteranderem folgende Dinge:

  • Die Leichenhallen sind regelmäßig zu reinigen. Zwingend sind diese jedoch noch an dem Tag zu reinigen, an dem die Verwaltung von einer bevorstehenden Beerdigung in Kenntnis gesetzt wird. Nicht erst zu einer möglichen Überführung! Zur Reinigung gehört zwingend ein Besenreiner Leichenraum, das Entfernen aller Spinnweben, die Reinigung der vorhandenen Scheiben und der vorhandenen sanitären Anlagen.
  • Die Leichenhallen müssen für die Angehörigen jederzeit zu denselben Öffnungszeiten wie am Waldfriedhof besucht werden können. Es obliegt nicht der Stadtverwaltung, diese geschlossen zu halten wie es beispielsweise in Buxach gängige Praxis ist. Es obliegt auch nicht der Stadtverwaltung zu entscheiden, wann die Angehörigen, Besucher und Trauernden Abschied nehmen dürfen oder nicht. Zusätzliche Kosten, welche durch einen Bestatter entstehen, der ausschließlich nach Angaben der Stadtverwaltung den Schlüssel für die Hallen erhält sind von der Stadt Memmingen zu übernehmen. Diese Praxis ist in meinen Augen auch nicht haltbar und durch die Friedhofsatzung auch nicht abgedeckt. Alternativ muss eine für die Angehörigen kostenlose Variante gefunden werden. Es kann nicht Aufgabe der Stadtverwaltung sein, den Wunsch der Angehörigen nach einer individuellen Trauerfeier, Zeit zum Abschied nehmen, zu trauern oder ähnlichem unmöglich zu machen und zu verhindern. Vielmehr sollte die Stadtverwaltung den Wünschen der trauernden Angehörigen nachkommen. Die Stadtverwaltung ist auch und vor allem in diesem Bereich Erfüllungsgehilfe und Dienstleister für die Bevölkerung und nicht im Ansatz auch nur der Bestimmer. Eine Aussage, nach der lediglich mit Bestattern zusammengearbeitet wird, ist abzustellen. Die Trauernden sind der Bestimmer, nicht die Verwaltung!
  • Die Möglichkeiten einer würdevollen und pietätvollen Aufbahrung müssen zwingend in den Ortsteilen denen am Waldfriedhof gleichen. Es kann nicht sein, dass würdevolle und pietätvolle Aufbahrungen von Urnen lediglich auf den Bestatter abgeschoben werden. Vielmehr hat die Stadt allein schon für sich den Anspruch zu haben, den letzten Dienst an ihren Bürgern würdevoll zu gestalten. Hierzu gehören zwingend Urnenständer. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel in Buxach lediglich ein Sargwagen vorhanden ist, auf dem eine Urne völlig verloren wirkt. Dies ist eine Ungleichbehandlung gegenüber der Kernstadt die nicht hingenommen werden kann. Die Stadt ist auch hier Dienstleister!
  • Der bauliche Zustand einer jeden städtischen Leichenhalle hat überprüft zu werden. Wo nötig, sind Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten, Malerarbeiten, etc. zu leisten. Sanitäranlagen sind auf einem würdevollen Stand zu halten. Nicht wie auf dem Friedhof Buxach, wo sich ein jeder schämt, trauernde auf diese zu lassen. Auch dies eigentlich eine Selbstverständlichkeit in meinen Augen. Leider ist die Verwaltung hierzu auch nicht selbst in der Lage, die nötigen Dinge anzupacken.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schilder, all die hier angesprochenen Dinge sollten für ein Oberzentrum und seine Verwaltung eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstellen. Ich bin über alle Maßen schockiert, dass hierzu ein Stadtrat erst einen Antrag stellen muss und die Verwaltung nicht von selbst den Anspruch an sich hat, eine würdevolle, pietätvolle Beerdigung zu ermöglichen. Auch sollte die Stadtverwaltung sich im Jahre 2019 als Dienstleistungsbetrieb verstehen. Die Zeiten eines Amtes sind bereits seit Jahrzehnten vorbei, in dem dieses alles bestimmte. Individualität, die Möglichkeiten zu einer solchen zu eröffnen ist für die Zukunft angesagt.

Sollten für diese völlig selbstverständlichen Dinge Kosten anfallen, sind diese im Haushalt darzustellen. 

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mirtsch                                 

Schandfleck in Memmingen

Elsbethenhof mi...
Image Detail Bild Download